In memoriam Krzysztof Penderecki

Am 29. März 2020 verstarb Krzysztof Penderecki in Krakau.  Nach einer bedeutenden, durch die Covid-Pandemie bedingten Verzögerung fand nun an seinem 2. Todestag die Beisetzung als Staatsbegräbnis statt.

Während der gesamten Zeit der Pandemie war die Urne in der Basilika St. Florians in Krakau verwahrt worden. Zu Beginn der Trauerfeierlichkeit wurde sie dort mit Chorwerken von Krzysztof Penderecki, gesungen vom Chor der Karol Szymanowski-Philharmonie Krakau und dem Polnischen Rundfunkchor unter Leitung Alexander Humala und Maria Piotrowska-Bogalecka feierlich verabschiedet und in einem Trauerzug, den viele Bürger Krakaus begleiteten und den das polnische Fernsehen übertrug (https://www.youtube.com/watch?v=ZTc7ixbH5Bo), zur St. Peter-und-Paul-Kirche in das dortige unterirdische nationale Pantheon überführt.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche Polens, Erzbischof Wojciech Polak, zelebrierte das Requiem, in dem ebenfalls geistliche Werke des Verstorbenen erklangen. In seiner Predigt sprach der Primas von der heiligen Sendung des Künstlers, mit seinem Schaffen zu einer besseren Welt beizutragen, einer Aufgabe, die von Krzysztof Penderecki in herausragender Weise erfüllt wurde.

An der Totenmesse nahmen neben der Familie und vielen Freunden des Komponisten hochrangige Vertreter aus Politik und Gesellschaft teil, angeführt von Polens Präsident Andrzej Duda und seinem Vorgänger Aleksander Kwaśniewski. In seiner Ansprache im Anschluss an den Gottesdienst würdigte der polnische Präsident Penderecki als einen internationalen Künstler, der gleichwohl auch in schwieriger Zeit seinem Land die Treue hielt und sich entschied, in Polen zu leben und einen reichen Beitrag zu seiner Kultur zu leisten.

„In seinen Werken konnte man alles hören, was unsere Nation erlebt hat, auch Schmerz und Leid“, hob Duda hervor.

Das Grußwort des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, den eine Covid-Infektion an der Reise nach Krakau verhinderte, wurde vom deutschen Botschafter verlesen. Steinmeier würdigte den Komponisten, der schon früh in Deutschland gelehrt und gewirkt hatte, als Brückenbauer zwischen Ost und West und insbesondere zwischen Polen und Deutschland. „Als freier und außerordentlich schöpferischer Mensch … wurde er zu einem wichtigen Bindeglied zwischen der polnischen und der deutschen Nation.“

Elżbieta Penderecka fasste in einer Dankesadresse die Gedanken der Trauernden zusammen. Ein Komponist müsse „von seiner Zeit zeugen, von Geschichte, Wahrheit und Schönheit … Wir sind besser dank der Musik, sie hilft uns, menschlich zu bleiben.“